Anonymous Hamburg

Wir haben für euch die wichtigsten Events in der Geschichte des Anti Counterfeiting Trade Agreement und dem Widerstand gegen das Abkommen in einer interaktiven Timeline visualisiert.



Den Link dorthin findet Ihr hier:

http://www.tiki-toki.com/timeline/entry/26886/ACTA-Timeline/

Das ganze wäre natürlich nicht möglich gewesen ohne die Informationen von http://www.laquadrature.net/ und Wikileaks


Wenn ihr Fehler findet, oder möchtet dass noch Dinge hinzugefügt werden, schreibt es uns in die Kommentare zu diesem Blog Eintrag.



Gestern ist die Preisliste für Bücher und Kursmaterialien in England im Internet aufgetauscht.

Preise sind in GBP also umrechnen wenn Ihr den Euro Preis wissen möchtet.


(anclicken zum vergrößern)



Die Demo ist vorbei, und sie war gut.
Wir schätzen es waren ca. 4000 Menschen dabei, die Polizei schätzt 1500, irgentwo dazwischen wirds liegen.
Die Stimmung war super, trotz einer steifen Briese hielten fast alle Demonstranten bis zur Endkundgebung.



Mehr Bilder findet ihr hier in dieser Gallerie:
Bilder von der Anti-Acta Demo Hamburg am 25.02.2012

Wir hatten die Gelegenheit ein Rede vorzutragen zusammengestellt aus den Punkten die in den IRC Netzwerken und Twitter genannt wurden sowie unseren Blogkommentaren, gemischt mit eigemen Imput.


Bild gemacht von: https://twitter.com/#!/kleinertod

Die Rede von Anonymous Hamburg zur Anti-Acta Demo am 25.02.2012 könnt ihr hier als PDF herunterladen

die Abschlusspresserklärung des Bündnisses gegen ACTA findet ihr hier:
http://www.stoppacta-hamburg.de/pressemittelung-zur-demonstration-hamburg-gegen-acta-am-25-02-2012/

Wir freuen und auch weiterhin gemeinsam in Hamburg gegen ACTA zu kämpfen.

Unserem Call for Speeches auf Twitter sind einige nachgekommen, hier
eine vorläufige Auswahl (weitere Updates folgen) :

Von Akuma
Moin Moin, Hamburg!

Es freut mich hier so viele kreative Menschen zu sehen, besonders da wir durch den Protest gegen Acta alle in der Kritik stehen. Die Industrielobby, die Acta entgegen aller Demokratischen Grundsätze über Jahre hinweg hinter verschlossenen Türen ausgehandelt hat nannte die Proteste kürzlich einen "Angriff auf Demokratische Institutionen", oder auf gut deutsch gesagt: Terrorismus.
Doch wenn ich hier in all die Gesichter (ob mit oder ohne Masken) schaue und sehe wie friedlich die Menschen europaweit demonstriert haben und von ihrem Recht der Meinungsfreiheit gebrauch machen frage ich mich ernsthaft wo die Lobby hier "Terroristen" sieht. Der einzige Angriff den ich hier erkennen kann ist der Angriff auf einen versuch ein veraltetes Urheberrecht mit undemokratischen Mitteln zu Zementieren.
Acta wurde in einem Geist ausgehandelt, den wir nicht akzeptieren können, die 3-Störungen-Regel steht zwar nicht mehr drin, zeigt aber deutlich, welche Gedanken hinter diesem Vertrag stecken. Und da können die Lobbyisten noch so oft behaupten, es würde sich für uns nichts ändern!

Uns ist aber auch wichtig, das wir nicht im falschen Licht dargestellt werden. Wir sind keine Generation von Verbrechern. Keine "Raubkopierer". Wir nutzen nur ein Medium das offenen und schnellen Informationsaustausch ermöglicht und somit ein Grundprinzip der Freiheit enthält.
Und dieses Medium lassen wir uns weder nehmen noch einschränken. Und wenn dazu ein über 150 Jahre altes Urheberrecht geändert werden muss dann sagen wir nur: "Herzlich Willkommen im 21. Jahrhundert! Geht mit der Zeit!" Alles andere hat sich auch Entwickelt. Vom Auto über Gebäudetechnik, vom Druck bis zu Musik, von der Industriellen Fertigung bis zur Handarbeit. Warum also sollte der Staat und seine Gesetze sich nicht weiterentwickeln?

Darum möchten wir euch bitten:
Demonstriert! Seid Laut, Bunt und vor allem Kreativ! Informiert die Menschen, die euch ansprechen, über Acta, nehmt euch die Zeit! Macht klar, das wir gegen die Überwachung des Internets sind aber auch ein zeitgerechtes Vergütungsmodell für Urheberrechtlich geschützte Werke fordern indem die Schöpfer dieser Werke gerecht entlohnt werden.

Lasst euch nicht einschüchtern von Politikern, die das Internet nicht verstehen und Angst vor der Freiheit haben die dieses System bietet und auch nicht von einer Industrie die verzweifelt den Strohhalm greift um ihre Einkünfte auf kosten unserer Freiheit zu sichern!




Von @_Golden_Rule_

Auch wenn hier (vermutlich) viele Leute mit Masken rumlaufen, bewaffnet mit Schildern, die der Durchschnittsbürger nicht versteht, so wird hier doch ein gemeinsames Anliegen aller freien Bürger verhandelt.

Besonders wir Deutschen haben durch die Zensurtätigkeit der Gema schon einen Vorgeschmack auf die negativen Auswirkungen von Acta und ähnlichen Abkommen. Deshalb sollten besonders _wir_ empört aufschreien, wenn in Hinterzimmern Absprachen getroffen werden, die den freien Informationsfluss noch weiter einschränken. Absprachen, die mit Hilfe drakonischer Strafen versuchen, ein sterbendes Modell der Verwaltung von Urhheberrechten künstlich am Leben zu erhalten.

Wir fordern keine kostenlose Versorgung mit den Erzeugnissen der Unterhaltungsindustrie, wir fordern kein Recht zum Diebstahl geistigen Eigentums und keinen rechtsfreien Raum.
Wir fordern ein zeitgemäßes und vorallem dem Medium Internet angemessenes Urheberrecht.
Ein Urheberrecht, das fair für alle Beteiligten ist, ohne dem neuen Medium Internet eine Zwangsjacke anzulegen. Produzenten und Konsumenten von Medieninhalten aller Art können an einem Strang ziehen, wenn man ihnen einen geeigneten rechtlichen Rahmen gibt.

Die heutige Generation der Gesetzgeber ist nicht mit dem Medium Internet aufgewachsen. Viele nutzen es nicht einmal regelmäßig. Wie können wir da erwarten, dass sie alle Zusammenhänge und vorallem das Potential des Internets erkennen? Gleiches gilt noch für einen großen Teil der Bevölkerung.
Deshalb ist der Dialog, das Gespräch, unser wichtigste Werkzeug, um einen gemeinsamen Weg zu finden.
Wir sollten versuchen, uns nicht als Subkultur zu präsentieren.
Denn wir kämpfen für die kulturelle, wissenschaftliche und nicht zuletzt ökonomische Zukunft der _ganzen_ Gesellschaft.
Wenn wir _das_ erfolgreich vermitteln können, dann kann sich Acta engültig verabschieden.


Von Anonymous



Von kantorkel

Frequentia vestrum incredibilis, Anonymous, contioque tanta, quantam meminisse non videor, et alacritatem mihi summam defendendae rei publicae adfert et spem recuperandae. Quamquam animus mihi quidem numquam defuit, tempora defuerunt, quae simul ac primum aliquid lucis ostendere visa sunt, princeps vestrae libertatis defendendae fui. Quodsi id ante facere conatus essem, nunc facere non possem.


Überetzung:

Eure außerordentlich zahlreiche Anwesenheit, Anonymous, und die Größe eurer Versammlung, die alles, woran ich mich zu erinnern glaube, übertrifft, erfüllt mich mit dem lebhaftesten Mut, die Verfassung zu verteidigen, und mit Hoffnung, sie wiederherzustellen. Zwar hatte es mir nie am guten Willen gefehlt, aber die Zeitverhältnisse sprachen dagegen. Sobald sich diese nun wieder etwas aufzuhellen schienen, war ich der erste, der eure Freiheit verteidigte. Hätte ich versucht, dies früher zu tun, so könnte ich es jetzt nicht tun.


(Quelle M. TULLIUS CICERO VIERTE REDE GEGEN M. ANTONIUS - VOR DEM VOLK GEHALTEN unwesentlich verändert )

Anonymous Hamburg ruft als Teil des „Hamburger Bündnisses gegen ACTA“ zur zweiten Großdemonstration am 25. Februar 2012 auf



Nach den erfolgreichen Protesten vom 11. Februar mit deutschlandweit über 100.000 Teilnehmern, ruft Anonymous Hamburg erneut dazu auf, den elterlichen Keller zu verlassen und den Klicks im Internet auch im echten Leben Taten folgen zu lassen. Protestiert wird am Samstag, den 25. Februar. Auftakt ist um 14:00 Uhr auf dem Hamburger Rathausmarkt.

Als Teil des „Hamburger Bündnisses gegen ACTA“ demonstrieren wir für freies Internet und eine zeitgemäße Reform des Urheberrechts. Wir fordern eine Debatte über ein für das digitale Zeitalter angemessenes Urheberrecht und sprechen uns gegen die Zementierung eines überholten und veralterten Modells aus. Als Verfechter von Transparenz - insbesondere in der Politik - lehnen wir ein im Geheimen verhandeltes Abkommen ab und fordern eine Stärkung des europäischen Parlaments gegenüber der EU-Kommission und somit eine stärkere Demokratisierung von Verhandlungen zukünftiger Abkommen.

Andere Bündnispartner:
Gemeinsame Pressemitteilung des Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung Hamburg, des Attraktor e.V. und des Chaos Computer Clubs (CCC) Hamburg zur Demonstration "Hamburg gegen ACTA" am 25.02.2012 (24.02.2012)


Wentorf (in der Nähe von Bergedorf) .
Zum Jahreswechsel 2011 bekamen 119 gemeindeeigene Wohnungen einen neuen Eigentümer – und Wentorf ein Zubrot von 2,7 Millionen Euro in die Gemeindekasse.
Ausbaden dürfen das Geschäft jetzt offenbar die Mieter: Es kursiert das Gerücht, die Gemeinde habe an Scientologen verkauft.



Viele Mieter sind sauer oder schlicht verzweifelt. Sie haben Angst, dass sie ihre günstigen Wohnungen verlassen müssen.
Schon mit der Gemeinde als Vermieterin hatten sie nicht das große Los gezogen:
Die Wohnungen Baujahr 1949 bis 1952 wurden kaum noch saniert, einige haben immer noch Einfachverglasungen, Schimmel und Feuchtigkeit waren kein Einzelfall.
Viele fragten sich 2010: Wer kauft solche Wohnungen?
Mit der Gorch Fock Grundstücks Unternehmergesellschaft, Firmensitz Münsterstraße 29 in Hamburg, war die Käuferin gefunden.
Das Stammkapital laut Unternehmensregister: 1000 Euro. Immerhin – denn für die Gründung dieser Mini-GmbH braucht man nur einen Euro Stammeinlage.
Das Register weist Kay Boehm als Geschäftsführer aus.
Der ist kein Unbekannter:
Ebenso wie sein Vater Robert Boehm wurden die Immobiliengeschäfte des heute 49-Jährigen mit Scientology in
Verbindung gebracht. 1995 berichteten unter anderem „Der Spiegel“, „Focus“ und „taz“, von umstrittenen Immobilienfirmen, die Hamburger und Berliner Mietwohnungen in lukratives Wohneigentum umwandeln wollten.
Als Beispiel berichteten sie über Mieter an der Berliner Allerstraße, die sich gegen den Verkauf ihrer Wohnungen wehrten.
Angekauft hatte sie der Hamburger Robert Boehm. Seine zahlreichen Immobilien-Firmen seien
Teil eines Netzes von Unternehmen aus dem Umkreis von Scientology, schrieb „Focus“ am 20. März 1995.
Den Verkauf hatte die Firma Phönix übernommen, deren Verkaufsleiterin Kirsten Bringel in den internen Listen von Scientology aufgeführt worden sei.
„Der Spiegel“ beschrieb am 15. Mai 1995 die Methode: „Unverdächtige Finanziers, die nicht der Sekte angehören, erwerben reihenweise zumeist vermietete Mehrfamilienhäuser,
die preisgünstig zu haben sind. Sodann werden die Mietsgebäude in Eigentumswohnungen umgewandelt. Makler, die zum Sektenclan gehören,
besorgen den Verkauf, nachdem sie zuvor oftmals die Mieter vertrieben haben.“ Auch dieser Artikel nennt den Kaufmann Robert Boehm als Eigentümer der
Immobilien, die von Scientologen vermarktet wurden.

Kay Boehm bestreitet Verbindungen zu Scientologen

Das Vorgehen ähnelt sich auffällig: Auch Boehms Sohn Kay ist Geschäftsführer verschiedener Immobilienfirmen. Ursula Caberta, Mitarbeiterin der Behörde für Inneres in Hamburg und Expertin in Sachen Church of Scientology, erklärt, dass Kay Boehm immer gut im Geschäft war, wenn es um die Immobiliengeschäfte der Scientologen ging. Beim Mieterschutzbund zu Hamburg ist sein Name ebenfalls geläufig. In einem Interview mit den Journalisten Frank Nordhausen und Liliane von Billerbeck für das Buch „Psycho-Sekten – die Praktiken der Seelenfänger“ (Ch. Links Verlag, Berlin 1997), bestreitet der Junior einerseits eine Verbindung zu Scientology, sagt aber auch über seine Geschäftspartner, die Scientologen Götz Brase und Leif Böttcher: „Es geht mit Brase und Böttcher nicht um Scientology. Sie animieren höchstens, einen Kursus zu besuchen. Wir nehmen das in Kauf, weil die Leute super arbeiten – fleißig wie die Ameisen.“
Gegenüber unserer Redaktion betont Kay Boehm: „Ich habe mit Scientology keine Berührungspunkte. Es gab früher einmal einen Geschäftskontakt, von dem man das vielleicht mutmaßen könnte.“ Ausschließen könne er allerdings nicht, dass er mit Scientologen zusammenarbeite. „Ich überprüfe die Gesinnung der Leute ja nicht.“
Mit dem Verkauf der Wentorfer Häuser hat er das Immobilienbüro Hamburg (IBH) beauftragt, deren Geschäfte Simone Lorenzen führt. Ihren Namen kennt Caberta ebenso wie den des Maklers, Ansprechpartner für die Mieter am Reinbeker Weg: Heiko Paul. „Sie sind mir als Scientologen bekannt“, sagt Caberta. Auf der Internetseite www.truthaboutscientology.com (Die Wahrheit über Scientology) erscheinen beide Namen in den Listen der Teilnehmer von Scientology-Kursen. Mit einer Sanierung könnten die Mieter kaum rechnen, so Caberta: „Das ist ein geradezu klassischer Fall: Eine Schrott-Immobilie kaufen, abwarten, bis sie leer steht, ein bisschen Farbe drüber und wieder neu vermakeln.“ Gegenüber unserer Zeitung will sich Paul nicht dazu äußern, ob er Scientologe ist: „Diese Frage ist mir zu persönlich“, erklärt er.
Bürgermeister Matthias Heidelberg hörte am Montagabend zum ersten Mal davon, dass Boehm mit Scientologen kooperiert haben soll. „Wäre das bekannt gewesen, hätte die Gemeindevertretung wohl nicht für diesen Interessenten gestimmt“, vermutet er. „Wenn das stimmt, wäre das außerordentlich bedauerlich.“ So hätten die Politiker sich für das finanziell attraktivste Angebot entschieden. Bis auf ein Prozent seien bereits die gesamten 2,7 Millionen Euro in Wentorf eingegangen.

Mit Immobilienwerten Kreditwürdigkeit verbessern

Nicht nur Ursula Caberta, Expertin für Scientology und andere Sekten bei der Hamburger Behörde für Inneres, fragt sich: „Wie ist es möglich, dass die Gemeinde an so eine Gesellschaft Immobilien verkauft?“ Einer der betroffenen Mieter sagt: „Unser Bürgermeister hat großen Mist gebaut.“ Denn er habe die Wohnungen an einen Scientologen verkauft. Zumindest scheint der Geschäftsführer der Eigentümerin, Kay Boehm, kein Problem zu haben, mit den Anhängern der Organisation zusammenzuarbeiten. Die Scientology-Organisation ist laut bayrischem Verfassungsschutz ein internationaler Wirtschaftssystem, der nicht nur nach maximalem Gewinn strebt, sondern auch ein weltweites, totalitäres Herrschaftssystem errichten will, das auf Psycho-Technologien und bedingungsloser Unterordnung des Einzelnen beruht. Nach Cabertas Erfahrungen geht es den Anhängern von Scientology nicht unbedingt darum, Geld zu machen. Sie wollten vielmehr gegenüber der Organisation Erfolge vorweisen können, könnten mit Immobilienwerten ihre Kreditwürdigkeit gegenüber den Banken verbessern.
119 Wohnungen stehen an der Gorch-Fock-Straße und am Reinbeker Weg zum Verkauf. „Lukrative Mehrfamilienhäuser mit hohem Mietsteigerungspotenzial“ heißt es in dem Prospekt des Immobilienbüros Hamburg (IBH). „Die Bestandsmieten liegen erst bei durchschnittlich 4,90 Euro pro Quadratmeter“ und weiter wirbt der Prospekt: „Rendite bis zu 5,21 Prozent.“ Für die acht Wohnungen eines der Mehrfamilienhäuser werden einzeln die Flächen von 43,16 bis 51,28 Quadratmetern samt der Mieten zwischen 4,91 bis zu 8 Euro pro Quadratmeter aufgeführt. Wobei die 8 Euro als „kalkulatorische“ Miete für eine leer stehende Wohnung angegeben sind. Der Kaufpreis für das gesamte Objekt: 409.000 Euro. Die zwölf Wohnungen am Reinbeker Weg 52 sollen jeweils zu zweit als sechs Reihenhäuser mit 130 Quadratmetern samt Garten verkauft werden. Offenbar zählt das IBH die Kellerfläche mit. Momentan haben die Mieter nur Verträge für 100 Quadratmeter. Vom Sanierungsstau ist in der Werbung keine Rede.
Die Mieter ziehen es vor, anonym zu bleiben. Eine 71-jährige Bewohnerin ist den Tränen nahe: „Wir sind vor drei Jahren hergezogen. Damals war vom Verkauf nicht die Rede, alles war noch neu renoviert. Wir haben uns wohl gefühlt.“ Ihr und ihrem Mann sowie den Nachbarn wurde ein Vorkaufsrecht eingeräumt – zu überteuertem Preis. „198.000 Euro – das können wir uns mit unserer Rente doch gar nicht leisten“, stellt sie fest. Ihr Mann (72) ist wütend: „Das Angebot ist eine Frechheit!“, sagt er. Denn mittlerweile weiß er, das auch ihre Wohnung in einem üblen Zustand ist: Die Ostwand ist nass, in der Küche und im Schlafzimmer blühen dunkle Flecken und auf den Wänden liegt ein schwarzer Schleier. Eigentlich würde das Paar am liebsten ausziehen, doch eine vergleichbar günstige Miete ist kaum zu finden. Bei vielen Nachbarn sieht es ähnlich aus. Einem Nachbarn wurde im November die Nachtspeicherheizung abgeschaltet – angeblich um sie wegen Asbestgefahr zu demontieren. Stattdessen soll er 100 Quadratmeter mit einem elektrischen Heizlüfter beheizen. Inzwischen hat er einen Anwalt eingeschaltet: Der hat dem Vermieter bis zum 15. Februar eine Frist eingeräumt, um für eine vernünftige Heizung zu sorgen. Noch wurde nichts getan.

Betroffene sollten sich an Mieterverein wenden

„Das ist wirklich böse, was die da mit den älteren Menschen machen“, sagt einer seiner Nachbarn, der im Baugeschäft arbeitet. Er hat seine Wohnung vor Einzug selbst saniert. Bei ihm sei Makler Kay Boehm mit zwei kräftigen Begleitern erschienen, habe ihm die Wohnung für 185.000 Euro angeboten. „Aber die ist nicht mehr als 50.000 Euro wert. Ich muss ja mindestens 100.000 Euro reinstecken, um die Immobilie wieder auf den Verkehrswert zu bringen. Ich kenne ja das Geschäft.“ Er lasse sich nichts gefallen. „Ich muss nicht ausziehen“, sagt er. „Da muss der neue Eigentümer erst einmal Eigenbedarf vor Gericht anmelden.“
Jochen Kiersch, Geschäftsführer des Deutschen Mieterbundes Landesverband Schleswig-Holstein, rät den Betroffenen, sich an einen Mieterverein zu wenden. Die Scientologen schrecken ihn nicht. Vor zehn, 15 Jahren hätten auch in Schleswig-Holstein vermehrt Scientologen Wohnungen in Eigentum umwandeln. „Aber sie sind auch ans deutsche Rechtssystem gebunden. Für die Mieter ist es egal, ob sie von Scientologen oder von anderen Finanzinvestoren drangsaliert werden.“
Die Bewohner sollten den Kaufinteressenten gleich bei der Besichtigung ankündigen, dass sie sie aus der Wohnung herausklagen müssten. Denn die Kosten für eine Räumungsklage würden viele Käufer bereits abschrecken. Auch bei einer Eigenbedarfskündigung, die eine gesetzliche Kündigungsfrist von neun bis zwölf Monaten umfasse, hätten die Bewohner ein Widerspruchsrecht. Bei sozialen Härtefällen könnten sie auch Räumungsklagen erfolgreich abwehren.
Bürgermeister Matthias Heidelberg weist darauf hin, dass die Gemeinde im Kaufvertrag besondere Mieterschutzklauseln festgeschrieben hat, die auch bei einem Eigentümerwechsel weitergelten. So genießen die Mieter seit dem 1. Januar 2011 fünf Jahre Kündigungsschutz. Bis zum Ende dieses Jahres darf es außerdem keine Mietererhöhung wegen Modernisierung geben – es sei denn, der Mieter stimmt zu. Boehm habe ihm schriftlich bestätigt, diese Klauseln in den nächsten Vertrag zu übernehmen. Denn laut Boehm sind etwa 50 Prozent der Wohnungen bereits verkauft – meist an Kapitalanleger, beschwichtigt Boehm. www.mieterbund-schleswig-holstein.de



Quelle: http://www.bergedorfer-zeitung.de/wentorf/article137728/Hat_Wentorf_Wohnungen_an_Scientologen_verkauft.html

So Letzte Chanche was zu tun, also auf gehts!





STOP ACTA Demo am 25.02. in ganz Deutschland!
Download des Videos zum reupload:
http://www.file-upload.net/download-4125966/Sequence-01_1.wmv.html
Finde eine Demo in deiner Nähe hier:
http://wiki.stoppacta-protest.info
Der ACTA Vertragstext in Deutsch: LEST IHN!
http://register.consilium.europa.eu/pdf/de/11/st12/st12196.de11.pdf
Wikipedia über ACTA:
https://de.wikipedia.org/wiki/Anti-Counterfeiting_Trade_Agreement
Weltkarte ACTA Proteste https://maps.google.com/maps/ms?msid=212120558776447282985.0004b7b33e16f13c71...

Massenprotest gegen Acta http://www.facebook.com/events/182716005161256/
Online Petition gegen Acta http://www.avaaz.org/de/eu_save_the_internet_spread/?tta
Infovideos über ACTA:
la qaudrature du net: Say no to Acta
http://www.youtube.com/watch?v=5KJXSVeVjKA
ARD Beitrag über ACTA:
http://www.youtube.com/watch?v=vMz5De_k6-M
Musik: Professor Kliq - Surfs Up (Eat Shit)
http://www.jamendo.com/de/track/398214

Heute gab es viel Aufruhr um das Video "Was ist ACTA?" oder, wie es im Original hieß, "NO ACTA - Stop the Kraken". Gleichzeitig wurden viele Beschwerden laut, dass Teile des Videos nicht ganz akkurat seien.
Es handelt sich hierbei um ein Video, dessen Geschichte wir gut kennen, denn es entstand hier in Hamburg, in Kooperation mit der Anonymous Zelle in London und München.

Wie kam es überhaupt zum Video und der Kooperation?



Anfang 2009 schreckte die damalige Familienministerin Ursula von der Leyen, auch bekannt unter ihrem Internetnamen Zensursula, mit dem "Kinderpornoversteckgesetz", die Netzgemeinde auf. Im Rahmen dessen setzten wir uns ausführlich mit den zu der Zeit geplanten Internetzensur Infrastrukturen auseinander.


Zum Beispiel die von Kevin Rudd vorgeschlagene Internetzensur in Australien, mit der sich vor allem die dortigen Anons im Rahmen der Operationen #Titstorm und #Didgeridoo herumschlugen.





Dabei kamen wir zum ersten Mal mit den Leaks der ACTA-Verhandlungen in Kontakt. La Quadrature du Net, die Telecomix, der kanadische Wirtschaftsprofessor Michael Geist und auch @netzpolitik.org hatten erste Bedenken betreffend der Auswirkungen des vorgeschlagenen Vertragswerkes.

Aber nicht so Schnell...

Chanology und der Kampf gegen Zensursula waren beide noch in heißen Phasen und zum Ende des Sommers stand der MegaRaid in London bevor. So fanden wir noch keine Zeit, dezidierte Maßnahmen in Bezug auf ACTA zu ergreifen.





Der MegaRaid in London war ein großer Erfolg und trug stark zur Vernetzung zwischen den damals noch städtebasierenden Zellen bei. Zum Bedauern derjenigen Anons, die sich schon stark in verschiedene, nicht Scientology-bezogene Projekte und Operationen eingearbeitet hatten, kamen Chanology-fremde Themen viel zu kurz.

So reifte der Plan, im Dezember 2009 einen MegaRaid in Hamburg zu veranstalten, der sich zu großen Teilen mit internetbezogenen Themen und Vorträgen beschäftigen sollte.



Zu der Zeit waren die Felder Netzneutralität, Internetzensur und -filter noch als einziges auf dem /skynet/ Board auf 888chan vertreten. AnonOps existierte noch nicht.

Anons aus verschiedenen Regionen bereiteten Vorträge und Workshops zu bestimmten Internetthemen vor. So bildete sich während des MegaRaids ein Konsens, sich mit verschiedenen internationalen Vorhaben genauer zu beschäftigen. Besondere Beachtung fanden ACTA, INDECT und Netzneutralitätsproblematiken.



INDECT betraf jedoch nur die Europäische Union und Netzneutralität war und ist zwar in Gefahr, aber ohne, dass es einzelne, konkrete Projekte gibt, an denen man ansetzen kann.
ACTA aber, als nahezu weltweites Abkommen und mit den zu der Zeit noch tiefgreifensten Konsequenzen für das Internet, schien ein ideales Thema für die multinationale Aktivistengruppe Anonymous.

Chanology war noch ein Kernthema, aber andere Gefahren für das Internet, aus der Sicht von Anonymous, wurden immer wichtiger. So fiel die Entscheidung, nach dem MegaRaid den eigenen Videonachrichtendienst AnonyNews ins Leben zu rufen. Dieser sollte neben Chanology auch über ACTA, INDECT und Netzneutralität berichten.





Nach mehreren Monaten stellte sich jedoch heraus, dass der Redaktionsbetrieb über drei Kontinente hinweg mit Zeitverschiebung und suboptimalen Kollaborationstools nicht mit den gewohnten Qualitätstandards aufrechtzuerhalten war. Schmerzhaft verabschiedete man sich von dem Projekt, von dem sich heute noch viele vom damaligen Team wünschen, dass es wiederbelebt wird.


ACTA stellte aber weiterhin für den europäischen Teil des Teams eine Bedrohung dar, die nicht unbemerkt bleiben durfte. Die Vertragsleaks aus 2009 wurden erneut gesichtet und Storyboards und Entwürfe wurden erstellt. Das schwammige und abstrakte Thema "ACTA" einem unbedarften Internetnutzer zu erklären stellte das Team vor eine große Herausforderung. Nicht alles war bekannt, bei vielen Dingen musste man sich auf vorangegangene Analysen von anderen (eff, netzpolitik.org, Michael Geist) verlassen.

Zum Beispiel:

Let's reflect on what this means: First, the US government appears to be pushing for Three Strikes to be part of the new global IP enforcement regime which ACTA


Second, US negotiators are seeking policies that will harm the US technology industry and citizens across the globe. Three Strikes/ Graduated Response is the top priority of the entertainment industry. The content industry has sought this since the European office of the Motion Picture Association began touting Three Strikes as ISP "best practice" in 2005. Indeed, the MPAA and the RIAA expressly asked for ACTA to include obligations on ISPs to adopt Three Strikes policies in their 2008 submissions to the USTR.


Deshalb kam es zu diesem Prätext:



Im Sommer 2010 wurde das Video veröffentlicht. Kurz danach erhob sich langsam AnonOps aus den Untiefen des Internets mit dem Auftakt zu #OP Payback gegen RIAA, MPAA und dem legendären ACS-Law Hack.



Das Video fand keine große Beachtung und wir und viele internationale Anons wanden sich #OP Payback zu. Das Thema ACTA war nie ganz vergessen, trat aber hinter den Aktivitäten um #OP Payback zurück. Im November 2010 versuchten wir zusammen mit einem Piraten und unverdrossenen des CCC eine Anti-ACTA Demonstration zu veranstalten, jedoch blieb die Teilnehmerzahl weit unter 20.

Aber Payback trat wieder in eine heiße Phase ein, #OPLeakspin brauchte Videointros und -outros, und der arabische Frühling brauchte Guides, Tools und Tutorials. So geriet das Thema "ACTA" dann doch in Vergessenheit. Das Video vegetierte mit 5 bis 10 Views pro Woche vor sich hin.
Spanischsprachige lateinamerikanische Bürger interessierten sich zwischenzeitlich während des Ausstiegs von Mexiko aus dem Abkommen für das Video. So entstand die spanische Version.
Ausgegraben wurde es erst wieder von polnischen Aktivisten vor wenigen Wochen. Sie sahen ihre Meinungsfreiheit von dem Abkommen bedroht. Dass darauf ein viraler Effekt folgen würde, war nicht abzusehen. Das Interesse des Internets an ACTA schien außerhalb der eingefleischten netzpolitischen Zirkel gegen Null zu gehen.
Mit dem viralen Hype in Polen kam der ACTA-Aktivismus zurück zu uns.
Bruno Kramm verpasste dem Video eine qualitativ hochwertige deutsche Synchronisation, der man seine Professionalität als Künstler, der es gewohnt ist, mit seiner Stimme zu arbeiten, anmerkt. Nun war das Video aber, wie oben bereits geschildert, auf Basis eines obskuren Vertragsleaks von 2009 entstanden, dessen geforderte drakonische Maßnahmen nicht an alle Staaten vermittelbar waren. So hatte sich das Vertragswerk über mehrere Revisionen an verschiedenen Punkten entschärft. Die Version von 2009 zeigt jedoch sehr gut, in welchem Geist ACTA verhandelt wurde, und dass die Befürchtungen, dass hinter den schwammigen Formulierungen zur Internetkontrolle oder den digitalen Grenzkontrollen der Wunsch nach knallharten Maßnahmen steht, nicht von irgendwoher stammen.

Heute, am 13. Februar, wurde im YouTube Kanal von @AnonNewsDE das Video mit der deutschen Synchronisation von Bruno Kramm von einer Firma urheberrechtlich über YouTube belangt. Laut der YouTube Anzeige von der GEMA.




Für uns, die wir Copyright Takedowns von kritischen Videos durch DMCA-Missbrauch von der Church of Scientology über die vergangenen Jahre gewohnt sind, nahmen wir vorschnell an, auch hier handele es sich um einen ähnlich gearteten Copyright Missbrauch zum Entfernen kritischer Stimmen. Die Indizien sprachen dafür und sogar große YouTube Kanäle, wie der von Thunderf00t kämpfen regelmäßig mit dieser Art von Urheberrechtsmissbrauch (ein Symptom des jetzigen Copyright-Systems, das ACTA nur noch zementieren würde).



Das ganze stellte sich nach einem herzhaften Flamewar in Comments und Tweets jedoch als technische Panne bei YouTube heraus, wie auch auf netzpolitik.org zu lesen.


tl;dr:
  • Die nicht akkuraten Stellen im Video ergeben sich aus ihrem historischen Kontext. Obwohl ACTA stark verwässert wurde, zeigen die alten Dokumente, wohin die politische Intention zielte und was man tun würde, wenn man es tun könnte. Sie zeugen vom Geist, aus dem ACTA entsprang.
  • Ermutigt wird eine direkte Zusammenarbeit zwischen Kontentindustrie und Internetservice Providern unter Umgehung der Justiz, sodass rechtsstaatliche Verfahren nicht garantiert werden können.
  • Bruno Kramm hat bei der Übersetzung und Synchronisation tolle Arbeit geleistet.
  • Der Flamewar über das nicht zugängliche Video war unterhaltsam, verursacht von einer Panne bei YouTube und gefördert durch die Langzeiterfahrung mit Videos innerhalb von Chanology.

Wenn ihr ein akkurateres Video wollt: Jetzt ist die Chance, es selber zu machen! Wir werden euch gerne helfen, wenn ihr uns braucht.

Endlich.
Über zwei Jahre, nachdem wir begonnen haben uns mit dem Thema ACTA zu beschäftigen, endlich wird es Demonstrationen geben.
So ernst das Thema auch ist, so froh sind wir, dass es diese "Außenseiter-Themen" wie ACTA und zuvor in den USA SOPA und PIPA - und hoffentlich auch bald TPP - in die Mitte der Gesellschaft geschafft haben.
Zu verdanken ist das auch den unermüdlichen Aktivisten von la quadrature du net , die immer wieder die neusten Entwicklungen aufbereiteten, oder auch den Telecomix, die sich ACTA sehr intensiv annahmen.
Nicht zuletzt gab es auch früh Anstrengungen der Piraten, dieses komplexe Thema in den letzten Jahren immer wieder ins Gespräch zu bringen.

Am 11. Februar wird sich zeigen, ob all diese Anstrengungen Früchte tragen werden.

Um hier noch besser zu mobilisieren, haben wir einen Video-Aufruf auf Youtube gepostet.
Da die Zeit bis zum 11. Februar knapp war, haben wir uns vorgefertigter Effekte aus dem Internet bedient, um schnell ein passables Ergebnis zu präsentieren:


Die Musik ist CC-BY-SA und stammt von Chance's End Titel: Going on.
Wenn euch die Musik gefällt, schaut doch mal auf der Jamendo Seite vorbei:
http://www.jamendo.com/en/track/822294

Download des Videos zum reupload:
http://www.file-upload.net/download-4091082/acta_demo.wmv.html
Finde eine Demo in deiner Nähe hier:
http://wiki.stoppacta-protest.info
Der ACTA Vertragstext in Deutsch: LEST IHN!
http://register.consilium.europa.eu/pdf/de/11/st12/st12196.de11.pdf
Wikipedia über ACTA:
https://de.wikipedia.org/wiki/Anti-Counterfeiting_Trade_Agreement
Infovideos über ACTA:
la qaudrature du net: Say no to Acta
http://www.youtube.com/watch?v=5KJXSVeVjKA
ARD Beitrag über ACTA:
http://www.youtube.com/watch?v=vMz5De_k6-M

Wir sehen uns am 11.02.2012 14:00 Hamburg Gänsemarkt.